Zwergfächergarnelen

Erscheinungsbild

Zwergfächergarnele
© Aquaristik Langer

Die Tiere haben eine helle Grundfärbung mit dunklen Punkten, Strichen oder Flecken. Diese Zeichnung variiert stark zwischen den Individuen. Ihre Körpergrundfarbe ist hellgrau, hellbraun, hellbeige oder ein helles Rostrot, abhängig von Standort. Meistens ist der Rücken dunkler gefärbt als die Seiten, der Bauch ist am hellsten.
Der für Fächergarnelen typische helle Rückenstrich ist kaum ausgeprägt oder fehlt ganz.

Die Beine dieser Garnelenart sind außergewöhnlich stark. Auffallend und typisch sind die vorderen, fächerförmig ausgebildeten Schreitbeine.

Haltung

Zwergfächergarnelen bewohnen meernahe Flüsse in Indonesien, Neu Guinea und den Philippinen. Alttiere lieben Stellen mit starker Strömung, Jungtiere bleiben lieber an ruhigeren Stellen.
Wenn ein Paar grundlegende Voraussetzungen erfüllt werden, sind diese Geschöpfe leicht im Aquarium zu halten. Das Wasser muss weich bis mittelhart sein und einen ph-Wert von 6,0 bis 8,0 aufweisen. Der optimale Temperaturbereich liegt zwischen 22 und 28 Grad. Das Becken sollte 60 bis 70 cm lang sein und eine Mindestmenge von 60 l Wasser aufnehmen können.
Damit die kleinen Garnelen sich wohlfühlen, müssen sie in Gruppen von mindestens 5 Tieren leben. Sie sind dankbar für eine reiche Bepflanzung mit feingliedrigen Gewächsen und Moosen. Weil die Tiere besonders gern schwimmen, sollte ihr Becken einen Bereich ohne Pflanzen haben.

Wichtig sind Verstecke aus Steinen oder Wurzeln, in die sie sich nach der Häutung zurückziehen können. Dort warten sie, bis ihr neuer, noch weicher Panzer wieder stabil ist.
Fächergarnelen brauchen Strömung im Becken. Dafür sollte das Aquarium mit einem Garnelenfilter mit Luftheber oder einer Strömungspumpe ausgerüstet sein.
Die Garnelen sitzen auf größeren Steinen oder Pflanzen und durchfächern das vorbeiströmende Wasser nach Nahrung. Mit ihren kräftigen Beinchen halten sie sich in der starken Strömung fest.

Futter

Diese Tiere leben als Pflanzenfresser. Sie werden mit Staubfuttersorten und Spirulina-Algenpulver versorgt. Staubfutter wird entweder direkt in die Strömung gegeben oder in Wasser aufgelöst. Gefüttert wird mit einer Pipette oder Spritze.

Praktisch sind Futtertabs, Pasten und spezielle Puddings. Sie werden an eine Seitenscheibe des Aquariums geheftet. Durch das vorbeiströmende Wasser lösen sie sich auf und geben langsam feinste Partikel ab. Eifrig filtern sich die Garnelen diese Futterteilchen aus dem Wasser.

Wenn die Garnelen anfangen unruhig auf dem Boden nach Futter zu suchen, zirkuliert zu wenig Schwebefutter im Wasser. Dann muss schnellstens Pulver zugefüttert werden.

Zucht

Diese Garnelen gehören zum ursprünglichen Fortpflanzungstyp. Die Larven brauchen zur Entwicklung Brackwasser. Im Süßwasseraquarium können sie zwar geboren werden, sterben aber nach kurzer Zeit ab.

In ihrer natürlichen Umgebung beginnen die Weibchen nach Erreichen der Geschlechtsreife Eier zu entwickeln. Während der nächsten Häutung können die Eier von einem Männchen befruchtet werden. Das Weibchen trägt sie in speziellen Bauchtaschen, bis die Larven nach 5 bis 6 Wochen schlüpfen. Die winzigen Larven werden von der Strömung ins Meer, ins Brackwasser, gespült. Innerhalb weniger Wochen durchlaufen die Larven dort mehrere Larvenstadien, bis sie sich zu jungen Garnelen entwickelt haben. Als Junggarnelen wandern sie zurück in die Flüsse, in denen sie geboren wurden.

Dieser zweimalige Wechsel des Lebensraumes ist im heimischen Aquarium sehr aufwendig und schwierig zu bewerkstelligen.

Vergesellschaftung

Zwergfächergarnelen sind friedliche Tiere. Sie können problemlos mit anderen Garnelen oder kleinen harmlosen Fischen zusammen ein Aquarium bewohnen.
Weiterhin ist eine Vergesellschaftung mit Schnecken und Krebsen möglich.
Von Muscheln im Zwerggarnelenbecken sollten Sie Abstand nehmen. Auch Muscheln sind Filtrierer und damit Nahrungskonkurrenten.