White Pearl Garnele

Erscheinungsbild

Die White Pearl Garnele (auch Weißperlengarnele genannt) hat einen weißlich-transparenten bis leicht milchigen Panzer und dunkle Augen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Transparenz des Garnelenpanzers zu. Ein Rückenstrich ist bei einzelnen Tieren häufig nur andeutungsweise erkennbar. Wegen der Durchsichtigkeit des Garnelenpanzers schimmern bei den Weibchen die Eier durch. Diese sind schneeweiß und erinnern an Perlen, was zu dem Garnelennamen führte. Weibchen erreichen eine Größe von bis zu drei Zentimeter. Sie sind ein wenig fülliger und größer als die Männchen, die eine Größe von bis zu 2,5 Zentimeter erreichen. Die Geschlechter lassen sich gut unterscheiden. Die Weibchen haben eine größere Bauchtasche und tragen unter dem Hinterleib die Eier zwischen den Schwimmbeinen.

Haltung

Die robuste White Pearl Garnelen ist für Anfänger gut geeignet, da sie mit allen gängigen Wassertemperaturen zurechtkommt. Die optimale Wassertemperatur beträgt 16 bis 28 Grad Celsius. Weitere ideale Wasserwerte sind eine Gesamthärte von fünf bis 20 dH, eine Karbonathärte von zwei bis 16 dH sowie ein ph-Wert von 6 bis 8. Das Beckenwasser darf kein Kupfer oder andere Schwermetalle enthalten, da die White Pearl Garnele allergisch reagieren und sterben könnte. Da diese Garnelenart friedlich und ausgesprochen sozial ist, empfiehlt es sich, die Tiere nur in Gruppen mit mindestens zehn Artgenossen zu halten.

Das Garnelenaquarium sollte eine Größe von mindestens 20 Litern haben. Die White Pearl Garnele bevorzugt ein dicht bepflanztes Becken mit Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten durch Hölzer, Steine oder Laub. Laubblätter halten gleichzeitig das Aquarienwasser leicht sauer und beugen einer möglichen Verpilzung vor. Ein dunkler Bodengrund sowie viele feingliedrige Wasserpflanzen sorgen nicht nur für eine gute Optik im Garnelenaquarium, sondern bilden zusätzlich eine gesunde Lebensgrundlage für die White Pearl Garnele. Als Wasserpflanzen eignen sich Moosarten (z. B. Javamoos, Flammenmos, Nixkraut) und Farne. Eine leichte Strömung sollte ebenfalls im Garnelenbecken vorhanden sein. Es ist darauf zu achten, dass kleine Garnelen nicht eingesaugt werden können. Als Filtersystem haben sich die sogenannten Hamburger Filtermatten für Garnelenbecken bewährt, die auf einer Kreiselpumpe hinter der Filtermatte basieren.

Futter

Die White Pearl Garnele ernährt sich als Allesfresser nicht nur von Garnelenfutter, das speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Fischfutter mit einem hohen Pflanzenanteil wird ebenfalls akzeptiert. Die meiste Zeit verbringt das Tier damit, den Bodengrund nach Nahrung abzusuchen und nimmt so Detritus (zerfallene organische Substanzen), Algenaufwuchs, Mikroorganismen (z. B. Baktierien, Einzeller) und Biofilm auf. Naturfutter wie Laubblätter, Erlenzapfen oder Brennesseln werden von der White Pearl Garnele ebenfalls verwertet. Beliebte Nahrungsquellen sind Mooskugeln oder Hamburger Filtermatten, auf denen sich Mikroorganismen bilden. Für die Aufzucht von Jungtieren hat sich die Verwendung von Staubfutter oder feinkörniges Futter bewährt.

Zucht

Die White Pearl Garnele ist unkompliziert und gilt als vermehrungsfreudig. Sie ist leicht zu züchten, weil dies im Grunde ohne Zutun des Züchters geschieht. Die Entwicklung der Eier ist bei den Weibchen aufgrund des transparenten Garnelenpanzers gut zu beobachten. Die Eiproduktion beginnt im Nackenbereich und wird Laichansatz oder Eifleck genannt. Zeigen sich bei den Eiern schwarze Punkte (Augen), ist schon bald mit Nachwuchs zu rechnen. Bei optimalen Haltungsbedingungen bekommen die Weibchen mehrmals im Jahr nach einer Tragzeit von vier bis sechs Wochen 30 bis 40 Jungtiere.

Die ein bis zwei Millimeter großen Jungtiere sind nach dem Schlüpfen vollentwickelt und lebensfähig. Sie leben in der Gruppe und benötigen für die weitere Entwicklung kein Salzwasser. Elterntiere müssen von den Jungtieren nicht getrennt werden, da sie sich untereinander sehr friedlich verhalten. Ein Umsetzen in ein Aufzuchtbecken ist somit nicht erforderlich. Da nicht alle Jungtiere das Erwachsenenalter erreichen, kommt es selten zu einer Überbevölkerung im Garnelenbecken. Es besteht die Möglichkeit, die White Pearl Garnele mit anderen Hummel-, Bienen- oder Tigergarnelen zu kreuzen. Die Kreuzung mit anderen Garnelenarten ist in der Regel nicht das Zuchtziel, da die White Pearl Garnele ihre typisch transparente Panzerfarbe verlieren würde.

Vergesellschaftung

Die White Pearl Garnele lässt sich ohne Probleme gemeinsam mit anderen kleinen friedlichen Fischarten, die dem Tier nicht nachstellen, Schnecken oder Muscheln in einem Becken halten. Die White Pearl Garnele kann auch mit anderen Garnelenarten in einem Becken vergesellschafet werden. Um zu verhindern, dass sich nahe verwandte Garnelenarten miteinander kreuzen, sollte sie jedoch in einem reinen Artenbecken oder mit einer anderen Garnelengattung (z. B. Caridina-Art) gehalten werden.