Schokogarnelen

Erscheinungsbild

Schokogarnelen gehören zu der Familie der Großgarnelen. Sie zeigen sich üblicherweise in einem sehr dunklen Braunton, der an Kakao und Schokolade erinnert. Bei manchen Garnelen tendiert die Körperfarbe aber mehr zu einem rötlichen Braunton. Auch eine teilweise bläuliche Färbung ist bei dieser Garnelenart bekannt. Meistens beschränkt sich die blaue Farbe aber eher auf die Scheren der Tiere.

Schokogarnelen können bis zu neun Zentimeter groß werden. Ihre Scheren sind ebenfalls sehr ausgeprägt und eignen sich gut für die Jagd auf kleinere Tiere. Dabei gibt es einen Größenunterschied zwischen Männchen und Weibchen. Bei weiblichen Schokogarnelen sind die Scheren deutlich kleiner als bei den männlichen Vertretern.

Haltung

Schokogarnelen lassen recht einfach halten. Am wichtigsten ist es, dass die Garnelen nicht in einem zu kleinen Aquarium gehalten werden. Für eine kleine Gruppe von 3 bis 4 Tieren ist ein 60cm langes Artbecken mit 54l Fassungsvermögen empfehlenswert. Wenn das Aquarium kleiner ausfallen sollte, könnten die Garnelen schnell aggressiv werden und sich gegenseitig angreifen.

Im Aquarium sollte es viele Rückzugsmöglichkeiten wie Mangroven und hohle Steine geben, in die sich die Schokogarnelen zurückziehen können. Da die Tiere eher nachtaktiv sind, lieben sie es, wenn sie sich tagsüber ein schattiges Plätzchen suchen können. Es ist auch nicht ungewöhnlich, wenn sich die Schokogarnelen in den ersten Tagen nach ihrem Einzug ins Aquarium nicht zeigen. Erst nach einer kleinen Eingewöhnungsphase fassen die Garnelen Vertrauen, um aus ihren Verstecken zu kommen. Es ist dann auch möglich, sie tagsüber mit einem für sie ansprechenden Futter aus ihren Rückzugsorten hervorzulocken.

Darüber hinaus sind die Schokogarnelen aber vergleichsweise anspruchslos. Sie sind deshalb für Anfänger geeignet, die bisher wenig oder gar keine Erfahrung mit der Garnelenhaltung haben.

Futter

Schokogarnelen sind Allesfresser. Sie können nahezu jede Art von Futter verwenden. Wenn man sie vegetarischen Füttern möchte, dann eignen sich Aufwuchsalgen, Falllaub oder auch kleingeschnittene Gemüsestücke wie Gurken oder kleine Möhrchen. Die Garnelen fressen aber auch Lebendfutter wie Mückenlarven oder Tubifex.

Damit die Tiere sich nicht langweilen, sollte ihr Ernährungsplan gut durchmischt sein. Wenn sie an einem Tag Gemüse und Blätter als Futter bekommen und an einem anderen mit Lebendfutter versorgt werden, fühlen sich die Tiere richtig wohl. Werden sie dagegen zu einseitig gefüttert, kann es vorkommen, dass sie ihr Futter nicht anrühren und sich stattdessen nach Alternativen im Aquarium ansehen.

Die ideale Zeit für die Fütterung sollte abends sein. Tagsüber verlassen die Schokogarnelen ungern ihre Verstecke.

Zucht

Schokogarnelen gehören dem sogenannten „fortgeschrittenen Vermehrungstyp“ an. Das bedeutet, dass sie im Gegensatz zu anderen Garnelenarten keinen Habitatwechsel von Süßwasser zu Salzwasser brauchen, um sich zu entwickeln. Stattdessen findet die komplette Entwicklung der Larven im Ei statt. Die Eier sind vergleichsweise groß und erhalten ausreichend Dottermaterial, sodass die jungen Larven ausreichend während ihrer Entwicklung ernährt werden können.

Das Schokogarnelenweibchen trägt die Eier in der gesamten Entwicklungsphase zwischen ihren Schwimmbeinen. Erst wenn die Larven voll ausgewachsen sind, werden sie aus dem Brutraum entlassen, um sich frei zu entfalten. Die Weibchen tragen pro Eigelege nicht mehr als sechs Eier mit sich.

Aquarienbesitzer sollten aber darauf achten, dass im Aquarium genügend Platz und Versteckmöglichkeiten vorhanden sind. Die jungen Garnelen brauchen viele Rückzugsmöglichkeiten, um nicht von den Elterntieren als potenzielle Beute angegriffen zu werden. Wenn nicht ausreichend Platz vorhanden ist, müssen die Jungtiere und die Eltern voneinander getrennt in verschiedenen Aquarien gehalten werden, bis die jungen Garnelen groß genug sind, um sich selber zu verteidigen.

Man sollte auch darauf achten, dass ein Aquarium nicht überbevölkert wird. Das kann vergleichsweise schnell passieren, da die Schokogarnelenweibchen bereits einem Monat nach dem Eigelege schon wieder neue Junggarnelen bekommen können.

Vergesellschaftung

Die Vergesellschaftung von Schokogarnelen ist etwas schwieriger, weil die Tiere sehr schnell aggressiv werden können. Sie machen Jagd auf kleinere Garnelen, kleine Fische oder auch auf ihren eigenen Nachwuchs. Darum ist es wichtig, auf die richtige Gruppengröße und Zusammenstellung zu achten. Eine Garnelengruppe sollte nicht größer als drei oder vier Tiere sein. Ein Männchen lässt sich dabei ohne Schwierigkeiten mit zwei oder drei Weibchen halten. Sind in einer Gruppe mehrere Männchen, greifen sie sich häufig gegenseitig an.

Wenn die Garnelen zusammen mit Fischen gehalten werden sollen, brauchen sie ausreichend Platz und die Fische sollten größer als die Garnelen sein, um nicht als mögliche Nahrungsquelle eingestuft zu werden. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können sich Schokogarnelen ungestört entfalten und ein Aquarium bereichern.