Schneeflockengarnelen

Erscheinungsbild

Die Schneeflöckchengarnele oder auch Perlgarnele (lat. Macrobrachium kulsiense) zählt zu den Großgarnelen und erreicht eine Länge von etwa 4,5 bis 5 Zentimetern. Die Heimat dieser schönen Garnelenart liegt in Süd- und Südostasien, besonders in Indien ist sie weit verbreitet. Die außergewöhnliche Körperzeichnung verlieh der zierlichen Großgarnele ihren Namen. Die vielen weißlichen Punkte mit gelblichen, grünlichen oder bräunlichen Einschlüssen erinnern ein wenig an Schneeflocken. Im Vergleich zu anderen Großgarnelen hat sie eher kleinere Scheren. Ihre Beine sind sehr dünn und auf ihrem Kopf fällt eine helmartige Wölbung ins Auge.

Haltung

Macrobrachium kulsiense ist nicht ganz einfach zu halten. Sie ist zwar die Nahrung betreffend nicht sehr wählerisch, stellt dafür höhere Ansprüche an die Wasserwerte. Sobald sich die Wasserwerte jedoch eingependelt haben und für die Tiere angepasst sind, ist die Garnelenhaltung recht problemlos möglich. Die Garnele ist ein Gruppentier und sollte daher nicht einzeln gehalten werden. Es empfiehlt sich ein Besatz von zumindest 10 Tieren, damit sich diese wohlfühlen. Die Schneeflockengarnele reagiert auf sauerstoffarmes oder zu nährstoffreiches Wasser empfindlich. Zu weiches oder saures Wasser bekommt ihr auf Dauer nicht. Am besten informiert man sich beim Züchter über die Wasserwerte und versucht diese nachzuahmen. So wird der Stress für die Tiere möglichst geringgehalten. Eine gute Belüftung und Filterung des Beckens tragen zum Wohlbefinden der Tiere bei und sollten selbstverständlich sein.

Da sich bei guten Haltungsbedingungen leicht Nachwuchs einstellen kann, ist die Wahl eines entsprechend großen Aquariums zu empfehlen. So müssen die Tiere später nicht umgesetzt werden. Der Boden sollte mit Sand ausgestattet sein, wobei hier ein eher hellerer Untergrund empfohlen wird, um die transparenten Tiere besser beobachten zu können. Pflanzen nehmen die Schneeflockengarnelen dankbar als Versteckmöglichkeit an. Auch kleine Ton- oder Holzröhren nutzen die Tiere gerne als Rückzugsort, um sich beispielsweise zu häuten. Besonders reizvoll ist es, die Tiere beim Abweiden von Mankrovenholzwurzeln zu beobachten.

Futter

Bei der Wahl des Futters ist die Schneeflöckchengarnele nicht besonders anspruchsvoll. Braunes Herbstlaub eignet sich als Dauerfutter im Aquarium sehr gut. Darüber hinaus fressen die Tiere auch Brennessel- und Spinatblätter. Natürlich wird geeignetes Garnelenfutter gerne angenommen. Daneben kann Frostfutter oder Futterflocken gegeben werden. Wasserpflanzen werden von ihr verschont, dafür weidet sie gerne Algen ab und sucht im Mulm nach fressbaren Teilen. Zuckmückenlarven oder spezielles Proteinfutter vervollständigen den Speiseplan.

Zucht

Die Zucht der Schneeflöckchengarnele ist relativ einfach, wenn man auf die passenden Wasserwerte achtet. Sofern die Bedürfnisse der Tiere diesbezüglich erfüllt werden, wird sich rasch Nachwuchs einstellen. Die Weibchen bringen nach einer Tragezeit von etwa 4 Wochen fertig entwickelte Jungtiere zur Welt. Die Reproduktionsrate ist im Vergleich zu anderen Großgarnelen relativ gering. Jedes Weibchen trägt in etwa 15 bis 20 Eier aus, die sie unter ihrer Schwanzflosse mit Sauerstoff befächelt und so vor einer Verpilzung schützt. Die Jungtiere sind von Angang an selbständig und nehmen nach kurzer Zeit Futter auf. Artemia-Nauplien werden von den Jungtieren gerne als Nahrung angenommen. Kannibalismus ist unter Schneeflockengarnelen nicht bekannt, daher können die Jungtiere bedenkenlos im Becken verbleiben. Einzig bei einer Vergesellschaftung mit Fischen sollte man bedenken, dass diese die Garnelen und insbesondere die Jungtiere als Beute ansehen könnten.

Vergesellschaftung

Die Schneeflockengarnele ist für eine Großgarnele wenig aggressiv und eher friedlich. Sie lässt sich daher sehr gut mit anderen Tieren im Aquarium halten, sofern die Wasserwerte zueinander passen. Da die Tiere sehr scheu sind, ist es ratsam nicht zu hektische Fische ins gleiche Becken zu setzen. Gemeinsam mit Zwerggarnelen oder Wasserschnecken ergeben die hübschen Perlgarnelen einen reizvollen Besatz für jedes Becken. Dabei sollte man jedoch beachten, dass sie sich in Gruppen von zumindest 10 oder mehr Tieren sicherer fühlen. Mit der Zeit werden sich die nachtaktiven Tiere auch tagsüber aus ihren Verstecken wagen.