Rote Nashorngarnelen

Erscheinungsbild

Das auffälligste Merkmal der roten Nashorngarnelen (lat. Caridina gracilirostris) ist ihre extrem lange, rötliche „Nase“ (Rostrum), die zu dem unverwechselbaren Artennamen führte. Diese kann beispielsweise bei Rivalitätskämpfen oder beim Transport abbrechen, wächst jedoch bei der nächsten Häutung komplett nach, wodurch die Tiere dauerhaft ihr charakteristisches Aussehen behalten. Rote Nashorngarnelen werden 3,5 bis 4 Zentimetern groß, wobei die Männchen etwas kleiner sind als die Weibchen. Der schmale, leicht S-förmige Körper, der bei den Weibchen am Hinterleib etwas gewölbter ist, ist transparent, manchmal milchig, und zeigt einen roten Längsstreifen. Mit ihrem transparenten Körper und den filigranen Beinen wirken rote Nashorngarnelen sehr zerbrechlich. Am Kopf befinden sich recht kleine Fühler und auch die Scheren oder Zangen sind eher klein. Der Schwanz läuft zum Ende hin sehr spitz zu.

Haltung

Was ihre Haltung betrifft, sind rote Nashorngarnelen anspruchsvoll. Ihre Haltung wird für Garnelenfreunde empfohlen, die bereits sind, einen höheren Aufwand zu betreiben, insbesondere was die Zucht dieser Garnelenart anbelangt. Rote Nashorngarnelen benötigen ausreichend Schwimmfläche, da sie sehr schwimmfreudig und aktiv unterwegs sind. Daher sollte das Garnelenbecken eine Mindestgröße von 50 Litern haben. Als sehr gesellige Garnelenart sollten sie nur in Gruppen von mindestens zehn Tieren gehalten werden. Neugierig erkunden rote Nashorngarnelen nicht nur den Bodengrund, sondern auch Pflanzen, Wurzeln und Steine. Kleine Felshöhlen, Tonscherben, aber auch Wurzeln sollten ihnen Rückzugsmöglichkeiten bieten. Ein dunkler, feinkörniger oder sandiger Bodengrund ist optisch von Vorteil. In ihrem ursprünglichen Lebensraum bewohnen rote Nashorngarnelen unterschiedliche Lebensräume mit Brack- und Süßwasser. Im Garnelenbecken lassen sie sich im Süßwasser mit harten Wasserwerten und leicht gesalzenem Wasser halten, wobei eine Salinität von circa 15 g Meersalz pro Liter empfohlen wird. Die optimale Wassertemperatur liegt bei 20 bis 28°C und einem ph-Wert zwischen 6,5 und 7,5. Der Karbonatwert sollte bis 11° dKH betragen, während die Gesamthärte des Wassers 8 bis 15 dGH aufweisen sollte. Die meisten Aquarienpflanzen vertragen hartes Süßwasser, das leicht gesalzen ist. Dennoch sind rote Nashorngarnelen nicht unbedingt auf den Pflanzenwuchs angewiesen.

Futter

Als Allesfresser haben rote Nashorngarnelen keine besonderen Ansprüche hinsichtlich ihrer Nahrung. Sie ernähren sich hauptsächlich von Algenbelägen, abgestorbenen Pflanzenmaterial und Futterresten, welches sie beim Absuchen des Garnelenbeckens, insbesondere des Bodengrundes, finden. Frostfutter oder ein spezielles Garnelenfutter werden ebenfalls akzeptiert. Im Garnelenbecken sollte braunes Herbstlaub den roten Nashorngarnelen als Dauerfutter zur Verfügung stehen. Auch Spinat oder Brennesselsticks können als zusätzliche Nahrungsquelle dienen, denn junge Pflanzen werden von den Tieren gerne gefressen. Es empfiehlt sich, zweimal pro Woche Proteine in Form von speziellem Proteinfutter zu verabreichen.

Zucht

Rote Nashorngarnelen gehören zum einfachen Fortpflanzungstyp, deren Larven nicht als vollentwickelte Jungtiere geboren werden. Die Weibchen setzen regelmäßig Gelege von mehr als tausend winzigen Eiern an, die sie nach einer Tragzeit von ca. sechs Wochen entlassen. Larven, die im Süßwasser schlüpfen, sterben allerdings nach wenigen Tagen ab. Die Nachzucht benötigt für ihre Entwicklung Brackwasser, weshalb sich rote Nashorngarnelen nicht unkontrolliert im Süßwasseraquarium vermehren können. Für die Zucht von roten Nashorngarnelen sollten Weibchen nach zwei Wochen Tragezeit in ein Aufzuchtbecken mit hartem, leicht gesalzenem Wasser umgesetzt werden, um die Eier abzugeben. Anschließend kann das Muttertier wieder in das ursprüngliche Garnelenbecken zurückgesetzt werden. Das Aufzuchtbecken wird nun sehr gleichmäßig aufgesalzen, bis ein für Brackwasser typischer Wert von der Hälfte des Meerwassergehaltes erreicht ist. Nach einem Monat erfolgt durch regelmäßigen Wasserwechsel die schrittweise Umkehr zu hartem, leicht aufgesalzenem Süßwasser. Nach circa zwei Monate können die Junggarnelen dann in das eigentliche Garnelenbecken umgesetzt werden. Es ist wichtig, dass die Salzgehalte des Wassers fließend hoch- bzw. runtergesteigert werden, da zu schnelle oder zu hohe Sprünge zum Absterben aller Larven führen. Während des schnellen und ständigen Larvenwachstums sollte die Futtergröße alle paar Tage angepasst werden. So sollten die Larven anfangs mit flüssigem Plankton gefüttert werden, später dann mit pulverförmigem Plankton und hundertprozentigem Spirulinapulver. Sind die Larven etwa 4 mm groß, können sie mit gerade geschlüpften Artemialarven und sehr feinem Flockenfutter gefüttert werden.

Vergesellschaftung

Rote Nashorngarnelen lässt sich gut mit anderen Zwerggarnelenarten vergesellschaften, da sie sich nicht mit anderen Garnelenarten kreuzen. Bei ähnlichen Ansprüchen an die Wasserwerte lassen sie sich ebenfalls gut mit anderen friedlichen Lebewesen wie kleinen Fischarten, Krebsen, Krabben, Muscheln oder Schnecken in einem Aquarium halten. Reine Artenbecken ausschließlich mit roten Nashorngarnelen sind oftmals nicht unüblich.