Kardinalsgarnelen

Erscheinungsbild

Kardinalsgarnele
DirkBlankenhaus, Caridina-dennerli, CC BY-SA 3.0

Die Kardinalsgarnelen (Caridina dennerli) gehören zur Gruppe der Zwerggarnelen. Diese 2 cm große Garnelenart bezaubert mit ihrer intensiven Rotfärbung. Der Farbton kann von hellerem Rot bis dunklerem Rot (Weinrot) variieren. Als Kontrast zu der Körperfarbe fallen die weißen Scheren auf. Auf ihrem schmalen Körper sind zahlreiche weiße Punkte, die teilweise ins Bläuliche gehen können.

Die Beine sind der Körperfarbe angepasst. Das Gesamtbild der Kardinalsgarnelen wirkt majestätisch und elegant. Eine Geschlechterunterscheidung ist optisch nicht möglich. Männchen und Weibchen unterscheiden sich weder in der Größe noch in der Färbung. Der kleine körperliche Unterschied bei älteren Weibchen (ausgeprägtere Bauchtaschen) fällt nicht sonderlich auf. Die Lebenserwartung von Kardinalsgarnelen liegt bei zwei Jahren.

Haltung

Kardinalsgarnelen sind gesellig. In einer Gruppe von mindestens 10 Tieren fühlen sie sich am wohlsten. Schwieriger ist es den idealen Lebensraum zu gestalten. Diese Garnelenart stammt aus dem Matanosee auf Sulawesi. Die besonderen Lebensbedingungen dieses indonesischen Gewässers müssen im Aquarium erreicht werden. Durch die Körpergröße der Tiere können sie bereits in einem 20-Liter-Becken gehalten werden. Die Wassertemperatur sollte zwischen 27 °C und 32 °C liegen. Das Wasser darf keine Rückstände von Schwermetallen oder anderen Schadstoffen enthalten. Empfohlen wird die Verwendung von demineralisiertem Wasser. Durch das Zusetzen von speziell abgestimmten Mineralsalzen für die Kardinalsgarnelen wird eine optimale Wasserqualität erreicht.

Der pH-Wert sollte im Bereich 7,9 bis 8,5 und die Gesamthärte bei 10 °dGH liegen. Mit Aktivkohle gefiltertes Regenwasser kann ebenfalls eine Lösung sein. Einmal pro Woche muss das Wasser im Aquarium zu 50 % erneuert werden. Eine absolute Keimfreiheit muss erreicht werden. Feiner Sand oder Kies für den Aquariumboden ist für die lauffreudigen Garnelen ideal. Zum Verstecken und zum Schutz müssen ausreichend Möglichkeiten vorhanden sein. Dies erreicht man durch Wurzeln, Äste und verschiedene steinige Aufbauten. Eine leichte Strömung macht die Umwelt perfekt. Eine Pflanzenvielfalt ist nicht notwendig. Einmal vertragen viele Grünpflanzen das Wasserklima nicht und zum anderen sind in der Originalheimat kaum Unterwasserpflanzen vorhanden. Durch Laub und Moos kann die Aquariumlandschaft etwas aufgelockert werden.

Futter

Die Kardinalsgarnelen sind sogenannte Aufzuchtfresser. Die Dekoration (Steine, Holz) sollte eine Algenbildung ermöglichen. Diese werden fleißig von den Garnelen abgeweidet. Die einfachste Fütterung ist regelmäßig diese Deko mit algenbewachsenen Steinen und Wurzeln zu erneuern. Den Algenbewuchs an den Aquariumscheiben können die Tierchen ebenfalls zur Futtersuche nutzen. Das vorhandene Moos und Laub erfüllt genauso den Zweck als Futterquelle. Der steinige oder sandige Boden wird regelmäßig nach Ablagerungen abgesucht und abgeweidet. Natürlich kann man auch ein spezielles Garnelenfutter, Spirulinapulver oder Plankton-Tabletten (zerstoßen) füttern. Diese zusätzliche Fütterung sollte sparsam erfolgen.

Zucht

Die Zucht von Kardinalsgarnelen ist aus zwei Gründen einfacher. Einmal bringt diese Garnelenart voll entwickelte Jungtiere hervor und zum anderen ist die Zucht innerhalb des „gewohnten“ Beckens möglich. Das bedeutet, dass das umständliche Umsetzen der Jungtiere in ein Brackwasserbecken entfällt. Für eine erfolgreiche Zucht ist vor allem die Qualität des Wassers erforderlich. Je besser die Bedingungen der ursprünglichen Heimat nachempfunden werden, desto positiver fällt die Nachzucht aus. Alle sechs Wochen produziert das Weibchen Eier. Es handelt sich dabei um 15 bis 20 Stück. Nachdem Häuten presst sie die Eier heraus. Innerhalb des „Paarungsschwimmens“ werden die Eier vom Männchen befruchtet. Während der Tragezeit von drei bis vier Wochen bewahren die weiblichen Kardinalsgarnelen die Eier unter ihrem Hinterleib auf.

m Ende der Entwicklungsphase schlüpfen die kleinen fertigen Kardinalsgarnelen. Die frisch geschlüpften Tierchen haben eine hellrote Farbe, die innerhalb weniger Tage nachdunkelt. Der Nachwuchs ist ab der Geburt selbständig und auf die Fürsorge des Muttertieres nicht angewiesen. Bis zum Erreichen des Erwachsenenalters werden sich die Kleinen einige Male häuten. Diese Prozedur ist notwendig, da der Panzer nicht mit wächst. Nach dem Schlüpfen der Jungtiere kann das Muttertier wieder Eier zur Fortpflanzung produzieren. Eine abgestimmte (ausgewogene) Ernährung unterstützt die „Babygarnelen“ in ihrem Wachstum.

Vergesellschaftung

Die friedlichen und scheuen Kardinalsgarnelen leben problemlos mit ihrer eigenen Gattung. Die Haltung in größeren Gruppen wird empfohlen. Experten schlagen eine Vergesellschaftung mit anderen Zwerggarnelen vor. Vor allem sollten diese Exemplare ebenfalls aus dem Sulawesi-Gebiet stammen und an die Wasserbedingungen gewöhnt sein. Wasserschnecken (Tylomelania) sind als Mitbewohner ebenfalls geeignet. Bei Fischen gibt es unterschiedliche Meinungen. Ein Teil der Aquarianer ist gegen die Vergesellschaftung mit Fischen, die anderen halten kleine Zierfische für geeignet. Hier sollte man sich bei einem seriösen Züchter umfangreich beraten lassen.