Harlekingarnelen

Erscheinungsbild

Harlekingarnelen fallen im Aquarium vor allem wegen ihrer Körperfärbung sehr deutlich auf. In der Grundfarbe sind die Tiere rötlich. Ihr Körper wird durch helle Streifen eingefärbt, die bei manchen Garnelen auch ein Tigermuster aufweisen können. Diese abwechslungsreiche Musterung verleiht den Harlekingarnelen ihren Namen, der an das Kostüm von Clowns erinnern soll.

Allerdings sind die Exoten aus Indonesien auch leicht zu übersehen. Denn selbst größere Garnelen dieser Gattung sind nur knapp 1,5cm groß. Damit zielen die Tiere zu den kleinsten Süßwassergarnelen, die man in einem Aquarium finden kann.

Haltung

Harlekingarnelen sind sehr emsige Tiere. Sie lieben es, wenn sie zwischen Aquarienpflanzen oder Moosen nach Aufwuchsalgen suchen können. Meistens findet man die Tiere nahe am Boden des Aquariums. Sie bewegen sich gerne auf weichem Boden aus Sand oder Kies. Sie zeigen sich aber nur im Freien, wenn sie sich sicher fühlen. Wenn die Garnelen dagegen auch nur kleinste Störungen wahrnehmen, ergreifen sie direkt die Flucht. Darum ist es sehr wichtig, dass sich im Aquarium viele Rückzugsorte wie hohle Steine, Mangrovenwurzeln oder Bambusstöcke finden.

Die Clowns unter den Garnelen bevorzugen es sehr warm in ihrer Umgebung. In der freien Natur kommen sie ausschließlich im Lake Towuti vor, der zu der indonesischen Insel Sulawesi zählt. Die Wassertemperatur des Sees ist selbst zu kälteren Jahreszeiten nie niedriger als 25°C. Die Harlekingarnelen fühlen sich aus diesem Grund bei einer Wassertemperatur von 28°C bis 29°C wohl. Außerdem benötigen die Tiere gut gefiltertes Wasser mit einem hohen Sauerstoffgehalt. Um die Lebensqualität zu verbessern ist es sehr wichtig, dass einmal pro Woche mindestens ein Drittel des Aquariumwassers ausgetauscht wird. Hierfür wird deionisiertes Frischwasser benötigt, das mit speziellen Mineralien aus dem Fachhandel versetzt wird. Ein wöchentliches Putzen des Aquariums ist aber nicht unbedingt notwendig, da die Tiere auch gerne im Detritus gelegentlich nach Mikroorganismen oder Algen suchen, um sie zu fressen.

Futter

Harlekingarnelen sind eher Feinschmecker. Sie sind nicht mit normalem Futter wie zum Beispiel braunem Herbstlaub oder Gemüsestücken zufrieden. Die Tiere möchten fast ausschließlich kleine, lebende Seesterne als Futter verspeisen. Wenn sie keine Seesterne finden, behelfen sie sich zeitweise mit der Suche nach Aufwuchsalgen. Die sind für die Garnelen aber eher kleine Appetitanreger statt wirklich eine Nahrungsquelle.

Vereinzelt behelfen sich die Garnelen damit, dass sie sich andere Aquarienbewohner als Notfutter suchen. In ihrer natürlichen Umgebung würden die Tiere sich zum Beispiel Seeigel suchen, die sie fressen können. Fische und andere Garnelen greifen sie aber nicht an, sodass keine Gefahr besteht, dass hungrige Harlekingarnelen das Aquarium leerfressen.

Zucht

Die Aufzucht der Harlekingarnelen ist im Prinzip einfach. Ein Weibchen produziert innerhalb eines Zyklus knapp 20 Eier. Die Larven entwickeln sich in den Eiern zu Jungtieren und werden nach ihrer Reife aus dem Brutraum der Mutter entlassen.

Sobald die jungen Garnelen ihre ersten eigenen Bewegungen machen können, kümmern sie sich selbstständig um ihre Nahrung. In der Anfangszeit werden die kleinen Harlekingarnelen ausschließlich Aufwuchsalgen und Mikroorganismen fressen. In diesem Zeitraum sind die Garnelen gefährdet, weil größere Fische oder Krabben sie leicht als einfache Beute ansehen könnten. Wenn die Tiere heranwachsen, steigen sie auf Lebendnahrung um und möchten dann hauptsächlich Seesterne fressen.

Die Bereitstellung der idealen Lebensbedingungen für die Zucht von Harlekingarnelen ist die große Herausforderung. Im Vergleich zu anderen Garnelenarten reicht Süßwasser für die Aufzucht völlig aus. Aber die Beschaffung von Futter und der Einkauf der Spezialmineralien für das Wasser sind zusammen eher kostspielig. Anfänger sollten deshalb eher davon absehen, ihre Harlekingarnelen zu züchten. Für erfahrene Züchter mit den nötigen Bezugsquellen dürfte es aber nicht allzu schwierig werden, die richtigen Bedingungen zu schaffen, damit sich die Tiere erfolgreich fortpflanzen.

Vergesellschaftung

Harlekingarnelen sind auf der einen Seite sehr friedlich, auf der anderen Seite aber auch sehr scheu. In der Umgebung von Fischen, Krebsen oder anderen fremdartigen Bewohnern fühlen die Tiere sich unwohl und verstecken sich. Eine Vergesellschaftung ist deshalb nur mit anderen Garnelen in einem Artenbecken zu empfehlen. Die Garnelen schwimmen dabei gerne in Gruppen von 10 bis 15 Individuen und sind auch zu anderen Garnelenarten aufgeschlossen. Man kann sie zum Beispiel mit Goldfleckgarnelen vergesellschaften, da sie in der gleichen Region wie die Harlekingarnelen beheimatet sind.