Garnelenkrankheiten

Wie erkennt man Garnelenkrankheiten?

Bakterielle Infektion bei Garnelen
Sandra Wiersch, Bakterielle infektion Blue Pear Shrimp, CC BY-SA 3.0

Fühlen sich die Garnelen im Aquarium nicht wohl, kann das mehrere Ursachen haben. Erkrankungen der Garnelen sind eine mögliche Erklärung. Erkrankungen können zum Beispiel durch Bakterien ausgelöst werden. Bakterien sind Teil jedes Aquariums. Sind die Garnelen gesund und ist ihr Immunsystem stark genug, stellen sie kein Problem für die Garnelen dar. Wie beim Menschen sind Bakterien in einigen Bereichen sogar hilfreich und notwendig (z. B. bei der Verdauung). Ist das Immunsystem der Garnele jedoch durch Einflüsse wie falsche Wasserwerte, Stress oder unzureichende Ernährung geschwächt, können diese Bakterien Erkrankungen bei Garnelen auslösen.

Um Garnelenkrankheiten zu erkennen, sollte man die Bewohner des Aquariums zunächst genau beobachten. Verhalten sie sich auffällig, ist die Sterberate höher als gewöhnlich oder wirken die Tiere geschwächt? Je nach Krankheit können auch äußere Merkmale auf die Erkrankung hindeuten. So sind bei einigen Krankheitsbildern Rost- oder Brandflecken auf dem Panzer der Garnele zu erkennen. Flaumartige Wucherungen können auf Pilzbefall hindeuten. Handelt es sich um einen Parasitenbefall, sind die Parasiten unter Umständen mit bloßem Auge zu erkennen.

Was sind die häufigsten fünf Erkrankungen bei Garnelen?

1. Pilzerkrankungen und falsche Pilzkrankheiten

Pilze werden meistens über die Nahrung aufgenommen. Ist das Immunsystem der Garnele stark genug, können die Pilze ihr nichts anhaben. Leidet die Garnele aber beispielsweise unter Stress, kann der Pilzbefall verheerende Folgen für sie haben. Ein Pilzbefall ist ohne Hilfsmittel oft nicht zu erkennen. Meist wird hierzu ein Mikroskop benötigt. Die falsche Pilzkrankheit (auch Pelzkrankheit genannt) ist im Gegensatz dazu oft auf den Tieren sehen. Einzeller bilden auf den Garnelen eine Art flaumige Kette. Die Behandlung von Pilzerkrankungen gestaltet sich vor allem im fortgeschrittenen Stadium kompliziert.

An Pilzbefall leidende, trächtige Weibchen können in einem Kurzbad gereinigt werden, sodass sie die Erkrankung nicht an die Jungtiere weitergeben. Eventuell kann eine kurzfristige Umsiedlung der Tiere (Dauer von ca. 15 Minuten) in ein Becken niedrigerem Salzgehalt Abhilfe schaffen. Das Wasser und auch das Aquarium selbst müssen nach einem Pilzbefall gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

2. Bakterielle Infektionen:

Bakterielle Infektion bei Garnelen
Sandra Wiersch, Bakterielle infektion Blue Pear Shrimp, CC BY-SA 3.0

Wie sich eine bakterielle Infektion bei Garnelen äußerst, hängt ganz davon ab, welches Organ betroffen ist. Infektionen können sowohl die inneren als auch die äußeren Organe betreffen. Meist werden Infektionen durch zu hohe Keimzahlen aufgrund mangelnder Hygiene im Aquarium ausgelöst. Die Keime werden häufig über die Nahrung (z. B. verdorbenes Futter oder tote Garnelen) aufgenommen. Symptome können sein: eine erhöhte Sterberate, ein weißlicher Hinterleib, Farbverlust, orientierungsloses Umherschwimmen, Apathie, Wachstumsstillstand, geringere Nahrungsaufnahme oder Häutungsprobleme.

Befindet sich die Infektion noch im Anfangsstadium können natürliche Heilmittel wie Bananenblätter, Erlenzapfen oder Seemandelblätter Abhilfe schaffen. Ist die Infektion bereits fortgeschritten, können verschiedene Medikamente aus der Garnelen-Apotheke helfen. Bei besonders hartnäckigen Infektionen muss eine mikroskopische Untersuchung vorgenommen werden, um das perfekte Medikament für die Behandlung zu finden. Bakterielle Infektionen führen leider oft zum Tod der Tiere.

3. Rost- und Brandfleckenkrankheit:

Bei der Rost- oder Brandfleckenkrankheit handelt es sich eher um ein Symptom für eine Pilzerkrankung oder eine Infektion. Je nachdem durch welche Erkrankung die Brandflecken hervorgerufen werden, muss die Behandlung erfolgen. Die Krankheit verläuft meist folgendermaßen: Kleine Verletzungen (z. B. entstanden bei einem Kampf) oder Beschädigungen des Panzers werden infiziert. Oft ist der Brandfleck zunächst nur klein und punktförmig und wächst dann langsam. In den meisten Fällen ist keine Behandlung nötig, da der Panzer bei der nächsten Häutung ausgetauscht wird. Wird die Krankheit akut, vermehren sich die Flecken stark und der Panzer wird durch die Entzündungen aufgelöst werden.

Die Krankheit kann auch chronisch werden. Dann treten immer wieder schwarze oder braune Flecken auf dem Panzer auf, die bis zu einem Millimeter groß werden können. Werden die infizierten Stellen nicht bei der Häutung abgeworfen, sollte mit speziellen Mitteln an der Qualität des Wassers gearbeitet werden, um die Ausbreitung der Keime zu unterbinden. Bei stärkerem Befall gibt es spezielle Tinkturen, mit denen die betroffenen Stellen behandelt werden können. Diese wirken desinfizierend und halten die Stellen sauber. Ist die Krankheit nicht heilbar, müssen betroffene Tiere abgetötet werden.

4. Garnelenassel (Parasit):

Einer der häufigsten Parasiten, der der Garnele zu schaffen macht, ist die Garnelenassel. Der etwa einen Zentimeter große Parasit lässt sich meist seitlich am Kopf der Garnele nieder. Bei der Garnelenassel handelt es sich um eine Wasserassel. Die Asseln beißen oder stechen die Garnelen mit ihren Mundwerkzeugen, was das Immunsystem der Garnelen schwächen kann. Entdeckt man eine Assel auf einer Garnele, kann sie vorsichtig mit einer Pinzette entfernt werden. Zuvor sollte die Assel mit einem Wattestäbchen getränkt in starkem Schnaps oder Spiritus betupft werden. Sobald sie die Garnele loslässt, kann die Pinzette zum Einsatz kommen.

5. Wurmartige Parasiten:

Neben der Garnelenassel können Garnelen auch von wurmartigen Parasiten befallen werden. Meist handelt es sich dabei um Saugwürmer, Hackenwürmer oder Egel, die sich an den Garnelen festsaugen. Meist sind die kleinen Parasiten nur schwer zu erkennen. Die Saugwürmer ernähren sich nicht nur von der Körperflüssigkeit der Garnelen, sie legen auch Eier im Kopf der Garnele ab. Mit Medikamenten kann gegen die Parasiten vorgegangen werden. Es ist ratsam, bei Saugwurmbefall einen Tierarzt zu kontaktieren. Er kann dabei helfen, die perfekte Menge an Medikamenten festzustellen, damit die Garnele während der Behandlung nicht zu Schaden kommt.

Wie kann man Garnelenkrankheiten vorbeugen?

Fische zieren unsere Aquarien schon seit langem. Bei den Garnelen sieht es anders aus. Die hübschen Tiere sind erst seit einigen Jahren in Aquarien zu finden und daher sind Erkrankungen, die die Garnelen befallen können, auch noch relativ unerforscht. Erkrankungen der Garnelen vorzubeugen, ist daher umso wichtiger. Die meisten Krankheiten sind die Folge von Fehlern bei der Haltung. Solche Fehler können zum Beispiel mangelnde Hygiene, Stress ausgelöst durch eine unpassende Umgebung oder falsches Futter bzw. Wasser im Aquarium sein. Sind die Tiere geschwächt, sind sie leichte Opfer für Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten. Um die Gesundheit der Garnelen zu gewähren, sollte man die folgenden Punkte beachten:

– Wasserwerte

Stimmen die Wasserwerte nicht, fühlen sich die Tiere in ihrer Umgebung nicht wohl. Wird bemerkt, dass die Tiere geschwächt sind oder vielleicht sogar schon unter einer Erkrankung leiden, sollten zunächst die Wasserwerte gecheckt werden. Passt die Temperatur des Wassers zu den Anforderungen der Garnelen? Stimmen pH-Wert und Wasserhärte? Ist im Aquarium ausreichend Sauerstoff vorhanden oder besteht ein Kohlendioxid-Überschuss? Gibt es Probleme mit diesen Werten, können zum Beispiel Wasserpflanzen als Lieferant für CO2 helfen.

Es ist in manchen Fällen auch möglich, dass in einem Aquarium einfach zu viele Garnelen untergebracht sind. Aquarienbesitzer sollten hin und wieder unbedingt testen, ob das Wasser mit Schwermetallen belastet ist. Anteile von Schwermetallen (vor allem Kupfer) im Aquarium können für die Garnelen lebensbedrohlich sein, da sie den Sauerstofftransport im Blut blockieren können.

– Futter

Die Ernährung ist bei den Garnelen eine der wichtigsten Grundlagen für ihre Gesundheit. Garnelen ernähren sich hauptsächlich pflanzlich. Sie sollten viele Futtermöglichkeiten dauerhaft im Aquarium vorfinden, z. B. Moos, das sie abweiden können. Ein gewisser Anteil an Proteinfutter darf auch nicht fehlen. Wer für eine abwechslungsreiche Ernährung der Garnelen sorgt, wird mit gesunden Tieren belohnt. Neben einer einseitigen Ernährung können auch faulende Futterreste oder abgestorbene Pflanzenteile Grund für eine Erkrankung der Garnelen sein.

– Hygiene

Mangelnde Hygiene im Aquarium ist ebenfalls ein häufiger Auslöser für Erkrankungen bei Garnelen. Futterreste und Exkremente belasten die Wasserqualität. Um die Keimzahl im Wasser möglichst gering zu halten, ist ein regelmäßiger Wasserwechsel unbedingt notwendig. Herbstlaub von Buchen, Erlen oder Eichen oder Erlenzapfen dienen den Garnelen als Futter und wirken außerdem antibakteriell. Tote Fische oder Garnelen sollten immer so schnell wie möglich aus dem Aquarium entfernt werden.