Garnelen züchten

Anforderungen an eine Garnelenzucht

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Am besten ist ein Artaquarium geeignet. Schwimmen zur Gesellschaft eingesetzte Fische hektisch herum, bringt das zu viel Unruhe ins Aquarium. Als Folge ziehen sich die Garnelen in dicht bepflanzte Aquariumteile zurück und vermehren sich nicht. Eine Vergesellschaftung mit Schnecken ist möglich. Junge Garnelen sind Winzlinge. Auch normalerweise friedliche Fische könnten Geschmack an ihnen finden.

Tragende Weibchen ziehen sich gern in Höhlen und unter Pflanzen zurück. Deshalb sollte das Zuchtbecken ausreichend bepflanzt sein. Geeignet sind auf Wurzeln aufgebundene Aufsitzerpflanzen wie Bucephalandra, Anubias, Javafarn, oder diverse Moose. Bündel aus abgekochtem Herbstlaub sind ideale Verstecke und dienen den Jungtieren als Futterreserve. Dazu kommen ein paar große Steine, fertig ist die Inneneinrichtung des Beckens.

Wasserwerte, Wassertemperatur und Größe des Beckens sind an die speziellen Anforderungen der jeweiligen Garnelenart anzupassen. Sind die Werte nicht optimal, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Tiere vermehren.

Eine erhöhte Schadstoffkonzentration im Becken kann die Fortpflanzungsfreude der Tiere drastisch senken. Es ist darauf zu achten, dass der Wasserfilter einwandfrei funktioniert. Öffnungen müssen mit feinmaschigem Stoff (Damenstrumpf) abgedeckt werden, damit die kleinen Tiere nicht mit angesaugt werden. Abwechslungsreiches Futter und eine optimale Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen erhöhen die Aussicht auf Zuchterfolg. In der Garnelenzucht geht es um besonders leuchtende, intensive Farben.

Zur Zucht werden nur gesunde Tiere, die diese gewünschte Eigenschaft aufweisen, eingesetzt. Tiere, die blass oder verwaschen gefärbt sind, werden vor der Geschlechtsreife aus dem Zuchtbecken entfernt. Garnelen, die erst neu in ein Aquarium eingesetzt wurden, brauchen Zeit, um sich einzugewöhnen. Ist alles optimal, fühlen sie sich wohl, ist auch bald der erste Nachwuchs da.

Unterschiedliche Fortpflanzungstypen bei Garnelen

Bei Garnelen unterscheidet man zwischen dem spezialisierten und dem primitiven Fortpflanzungstyp.
Gemeinsamkeiten
Mit Einsetzen der Geschlechtsreife beginnen die Weibchen Eier zu produzieren. Sie werden in einem Eierpaket gespeichert. Bei der nächsten Häutung können diese Eier von einem Männchen befruchtet werden. Das Weibchen transportiert sie in spezielle Bauchtaschen. Mit ihren Hinterbeinen fächert das Muttertier ständig frisches, sauerstoffreiches Wasser zu den Eiern. Sie dreht und bewegt die Eier ständig und sortiert unbefruchtete oder abgestorbene Eier sofort aus.

Spezialisierter Fortpflanzungstyp

Die Garnelen des spezialisierten Fortpflanzungstyps sind problemlos zu züchten. Werden Männchen und Weibchen zusammen in einem Becken gehalten, ist bald mit Nachwuchs zu rechnen. Die Muttertiere entlassen voll entwickelte junge Garnelen. Es gibt kein Larvenstadium außerhalb des Mutterleibes. Ist das Becken groß genug, können die Junggarnelen bei den ausgewachsenen Tieren bleiben.

Nach der Befruchtung entwickeln sich innerhalb der nächsten drei bis vier Wochen die kleinen Garnelen. Je nach Art entlässt das Weibchen 20 bis 50 Jungtiere. Anschließend beginnt der Kreislauf mit der Produktion neuer Eier von vorn.

Primitiver Fortpflanzungstyp

Hier ist die Zucht wesentlich aufwendiger und komplizierter. Das Weibchen entlässt winzige Larven, die ein spezielles Brackwasserbecken brauchen.
Aus den befruchteten Eiern entwickeln sich winzige Larven. Nach 15 bis 25 Tagen werden ca. 100.000 frisch geschlüpfte Larven in das Flusswasser entlassen. Die Winzlinge können im Süßwasser nicht überleben. In der Natur treibt die Strömung sie ins Meer. Dort durchlaufen sie in einer mehrstufigen Metamorphose mehrere Larvenstadien, bevor sie nach 15 bis 35 Tagen als Junggarnelen in die Flüsse zurückwandern.

Das bedeutet für den Züchter, dass er das schwangere Weibchen in ein extra Becken setzen muss. Sind die Larven im Süßwasser geschlüpft, muss er das Weibchen wieder herausnehmen und das Wasser ansalzen. Haben sich die Junggarnelen entwickelt, werden auch sie ins Süßwasserbecken umgesetzt.
Die zweite Variante ist, dass der Züchter die Larven aus dem Becken fischt und in ein Brackwasserbecken setzt. Der Nachteil dieser Methode ist, dass sehr viele klitzekleine Larven aus dem Becken der Alttiere gesammelt werden müssen.

Bei beiden Typen sind die Jungtiere bzw. Larven vom ersten Tag an auf sich gestellt. Die Alttiere kümmern sich nicht weiter um sie.

Kreuzung von Garnelen

Einige Garnelenarten können sich untereinander kreuzen. Diese Tatsache kann erwünscht oder unerwünscht sein.

Einige Züchter kreuzen zielgerichtet verschiedene Arten miteinander. So entstehen Garnelen mit neuen Farben oder Farbmustern. In bereits bestehenden Garnelenstämmen können durch gezielte Einkreuzung die Farben intensiviert werden. Auch andere Eigenschaften werden so züchterisch beeinflusst.

Für jemanden, der artenreine Garnelen züchtet und gute Zuchtstämme hat, wäre eine Einkreuzung einer anderen Art ein Desaster. Die für eine Garnelenart typischen Merkmale wären nicht mehr in Reinform zu erkennen.

Um eine unerwünschte Kreuzung zu vermeiden, sollte jede Art in einem besonderen Becken gehalten werden.
Für einen Hobbyaquarianer, der einfach Spaß an seinen Garnelen hat, ist das nicht unbedingt notwendig. Es macht nichts, wenn bei ihm im Becken ein paar Garnelen herumschwimmen, die nicht reinerbig sind.

Futter/Fütterung für junge Garnelen

Junggarnelen des spezialisierten Fortpflanzungstyps ernähren sich gern von Futterresten und Mulm oder sie grasen Moose ab. Der Nachwuchs bleibt für längere Zeit an der Stelle, an der ihn das Muttertier entlassen hat. Mangelt es dort an Nahrung hungern die Tiere.

Die Larven des primitiven Fortpflanzungstyps ernähren sich in den ersten Tagen von dem Nahrungsvorrat, den sie mit sich tragen. Sie brauchen anfangs kein Zusatzfutter.
Wird zugefüttert, dann bei beiden Typen mit pulverförmigem Futter, wie Spirulinaalge, Moringa oder Junggarnelenfutter. Das Futter wird mit einer Pinzette direkt an die Stellen gegeben, wo der Nachwuchs sitzt.

Es ist wichtig, dass die kleinen Tierchen gut mit allem versorgt werden, was sie brauchen. Sie wachsen sehr schnell und häuten sich entsprechend oft. Manchmal passiert das zwei- bis dreimal am Tag. Dafür sollte ihre Nahrung ausreichend Chitin aus Insekten
enthalten.