Blauschwanzgarnelen

Erscheinungsbild

Die Blauschwanzgarnele wird zwei bis drei Zentimeter groß, wobei die Weibchen meist etwas größer als die Männchen sind. Das Rostrum (schnabelartiger Fortsatz) ist im Verhältnis zur Größe des Garnelenkörpers relativ lang und besitzt feine Borsten. Die Geschlechter lassen sich gut unterscheiden. Männchen weisen eine gerade Bauchlinie auf, während Weibchen fülliger scheinen und einen deutlich heruntergezogenen Garnelenpanzer haben. Die Grundfarbe des Garnelenkörppers ist recht variabel. Geschlechtsreife Weibchen sind meist dunkelbraun und haben einen hellgelben Rückenstrich. Dieser ist auch Namensgeber für diese Garnelenart.

Es gibt auch Garnelen mit einer dunkelblauen bis schwarzen Körperfarbe, wenigen hellen Flecken und einem leicht angedeuteten Rückenstrich. Innerhalb eines Zuchtstamms kann es sowohl hellgefärbte, wie tiefschwarze Garnelen geben. Im Gegensatz dazu sind Männchen und Jungtiere eher unscheinbar transparent. Die Blauschwanzgarnele kann sogar ihre Farbe der Umgebung anpassen. Bei einem hellen Bodengrund ist die Körperfärbung meist blass, während sich kräftigere Körperfarben vor allem auf einem dunkleren Bodengrund entwickeln.

Haltung

Die Haltung der Blauschwanzgarnele ist etwas anspruchsvoll und wird für Aquarianer mit ein wenig Erfahrung empfohlen. Diese Garnelenart sollte nur in einer Gruppe von mindestens 20 Exemplaren gehalten werden, wobei das Garnelenbecken eine Größe von mindestens 50 Litern haben sollte. Wassertemperaturen von 18 bis 25° C, ein ph-Wert von 6,5 bis 7,5 sowie eine Karbonathärte bis 10°dKH und eine Gesamthärte von 5 bis 15 dGH bieten optimale Lebensbedingungen für die Blauschwanzgarnele. Als Bodengrund eignet sich feiner Kies oder Sand mit getrocknetem Herbstlaub.

Steinaufbauten oder Wurzeln sowie Wasserpflanzen bieten den Garnelen zusätzliche Versteck-, aber auch Rückzugsmöglichkeiten. Feingliedrige Wasserpflanzen (z. B. Nixkraut, Hornkraut, Javamoos) sorgen zudem für die biologische Reinigung des Aquarienwassers und verbessern so die Sauerstoffkonzentration. Eine leichte oder mittelstarke Wasserströmung ist ideal und entspricht dem natürlichen Lebensumfeld. Damit der Wasserfilter die Larven der Blauschwanzgarnele nicht ansaugen und verletzen kann, empfiehlt sich die Verwendung eines feinporigen und großflächigen Innenfilters (z. B. Hamburger Mattenfilter).

Futter

In ihrer natürlichen Umgebung ernährt sich die Blauschwanzgarnele omnivor und nimmt sowohl tierische, als auch pflanzliche Nahrung zu sich. Im Garnelenbecken ernährt sie sich von Algen, Grünfutter in Form von Futtertabletten oder Flockenfutter, Detritus (zerfallene organische Bestandteile im Boden) oder Mikroorganismen, die sie beim Abgrasen des Bodengrundes finden. Zusätzlich zu Bodenmulm und Falllaub sollte regelmäßig mit klein geriebenem Gemüse, das überbrüht wurde, und speziellem Garnelenfutter gefüttert werden. Auch sehr feines Frostfutter wird von der Blauschwanzgarnele gerne genommen.

Zucht

Die Zucht der Blauschwanzgarnele ist eine Herausforderung, die sicherlich ihren Reiz hat. Denn aus den mittelgroßen Eiern schlüpfen keine fertigen Jungtiere, sondern Larven, die sich erst noch weiter entwickeln müssen. Im Gegensatz zu anderen Zwerggarnelenarten des sogenannten primitiven Fortpflanzungstyps können die Larven der Blauschwanzgarnele im Süßwasser überleben und benötigen kein Brackwasser für ihre Entwicklung. Mit ein bisschen Experimentierfreude lassen sich die optimalen Bedingungen für eine erfolgreiche Nachzucht im Garnelenbecken herausfinden. Die Weibchen der Blauschwanzgarnele entlassen nach ein Tragezeit von ein paar Wochen etwa 100 bis 200 mittelgroße Eier. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven, die dann kopfüber im Aquarienwasser schweben und sich von feinstem Plankton ernähren.

Daher sollte das Wasser im Garnelenbecken ausreichend Mikroorganismen wie Bakterien und Einzeller, aber auch Schwebstoffe enthalten, die die Nahrungsgrundlage für die Larven bilden. Nach ihrer Larvenzeit sinkt die junge Blauschwanzgarnele auf den Boden, um dort ihr Leben fortzusetzen. Wie ihre größeren Artgenossen findet sie ihre Nahrung auf dem Bodengrund und den Wasserpflanzen, die sie den ganzen Tag abgrast. Erst ab einer Körpergröße von etwa 1,5 Zentimeter ist bei Junggarnelen allmählich eine Körperfärbung zu erkennen.

Vergesellschaftung

Die Blauschwanzgarnele ist ruhig, friedlich und ausgesprochen gesellig gegenüber Artgenossen. Sie lebt im Garnelenbecken im unteren Bereich zwischen Bodenmulm und Falllaub. Diese Garnelenart lässt sich gut mit anderen Zwerggarnelenarten vergesellschaften, sofern sich diese in anderen Nahrungsbereichen aufhalten. Beispielsweise ist die Amanogarnele als Algenvernichter bekannt und sucht ihre Nahrung auf Aufwuchsflächen oder Algenrasen. Auch die Vergesellschaftung mit Schnecken oder kleinen, friedlichen Fischen, die sich in den oberen und mittleren Wasserschichten bewegen, ist möglich. Möchte man diese Garnelenart züchten, ist die gemeinsame Haltungmit Fischen allerdings nicht empfehlenswert.