Blaue Gabunfächerhandgarnelen

Die Blaue Gabunfächerhandgarnelen oder Blaue Monsterfächergarnelen ( Atya gabonensis )gehören zu den interessantesten Wirbellosen im Aquarium. Der Name weist auf die deutlichsten Merkmale hin:

  • „ Blau“: auffallende Körperfarbe
  • „ Gabun“: ursprüngliche Heimat Gabun in Zentralafrika
  • „ Fächerhand“: beschreibt die beiden fächergeformten Scheren
  • „ Monster“: nennt die überdurchschnittliche Größe von bis zu 16 cm

Die beeindruckendsten Merkmale der Fächerhandgarnelen sind die Fächerhände mit den Borsten. Diese entwickelten sich im Laufe der Evolution aus den beiden Scheren. Sie verleihen ihr die Fähigkeit Nahrungspartikel aus dem Wasser zu fischen.

Des Weiteren besitzt sie ein kräftig ausgebildetes drittes Beinpaar. Mit ihnen können sie sich auch bei starken Strömungen am Untergrund sicher festhalten und gleichzeitig die herum schwimmenden Partikel fangen. Für die Reinigung der schmutzig gewordenen Fächer klappen sie diese einfach ein und säubern sie mit ihren Mundwerkzeugen.

Beide Geschlechter zeigen eine stark gefaltete Oberfläche des Rückpanzers, den sogenannten Carapax. Dagegen sind die Schreitbeine und Bauchschilder des Männchens deutlich kräftiger ausgebildet, wie die beim Weibchen.

Die blaue Körperfärbung der Gabunfächerhandgarnelen kann unterschiedlich gestaltet sein. Sie wirkt oftmals wie ein Spiegel für den Zustand des Lebensraumes und Befindens. Vor allem bei schlechten Haltungsbedingungen, bei Stress mit anderen Wasserbewohnern, bei der Häutung und mit zunehmenden Alter kann sich der Blauton verändern. In diesen Fällen wird er heller oder dunkler und erhält orangefarbene, bräunliche oder hellbeige Farbteile.

Haltung

Bei idealen Bedingungen im Aquarium gewöhnen sich die Blaue Monsterfächerhandgarnelen rasch ein. Sie sind gesellig, absolut friedlich und pflegeleicht. Manchmal zeigen sie ein territoriales Verhalten und es kann zu Streitigkeiten mit Artgenossen um den besten Platz kommen. Diese kleinen Kabbeleien sind mit ausreichend Sitzgelegenheiten leicht zu vermeiden.

Die Garnelenart gehört nicht nur zu den optisch beeindruckendsten, sondern auch zu der aktivsten im Aquarium. Damit ihre Größe nicht zum Hindernis für dei Tier wird und sie ausreichend Schwimmen sowie Partikel fischen können, benötigen sie ein Becken mit mindestens 80 Litern.

Das optimale Fächergarnelen- Aquarium ist mäßig dicht bepflanzt und nicht überbelegt. Erhält der Boden einen dunklen Grund, kommt die blaue Farbe besonders gut zur Wirkung. Zum Ausruhen, Beobachten und Fischen benötigt sie gut befestigte Plätze. Das können beispielsweise Steine, Keramikscherben und Wurzelholz sein. Dort sitzen sie gerne, strecken ihren Köpfe aus und richten ihre ausgebreiteten Fächerhände gegen die Wasserströmung. Um sie bei ihren Aktivitäten zu unterstützen, installiert ein umsichtiger Aquarianer eine starke Durchlüftungsanlage für gute Sauerstoffversorgung und Strömungsverhältnisse.

Da die Garnelen überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv ist, schlafen sie bei Tage. Für die Ruhezeiten müssen ausreichend sichere Versteckmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Zu empfehlen sind: begehbare Höhlen, umgestülpte, offene Schalen, offene Röhren sowie breitblättrige Pflanzen.

Nicht zuletzt sorgt eine gute Wasserqualität für die Gesundheit der Tiere:

– Temperatur: 24 bis 28° Celsius
– pH-Wert: 6,5 bis 8,0
– Gesamthärte: 6 bis 20° dGh
– Karbonathärte: 3 bis 12° dKh
Der Leitwert liegt bei 400 bis 850µS

Futter

Die Blaue Gabundfächerhandgarnelen ernähren sich überwiegend von den Schwebepartikeln von Detritus und Algen. Zu empfehlen ist spezielles Futter, das der Fächertätigkeit zuträglich ist und von den Garnelen herausgefiltert wird. Dieses muss im Wasser schwimmen, von der Strömung verteilt werden und darf nicht zu schnell zu Boden sinken.
Zu den geeigneten Sorten gehören: Staubfutter, Futter in Flocken- und Pulverform. Ebenso können spezielle Futterpasten im Aquarium befestigt werden. Die lösen sich im Wasser langsam auf und die Einzelteile gelangen in die Strömung.

Zucht

Die Zucht der Blaue Gabunfächerhandgarnelen ist in einem Süßwasser- Aquarium nicht möglich, denn sie gehört zum primitiven Fortpflanzungstyp. In der freien Natur laichen sie ausschließlich in Brackwasser. Die aus den Eiern schlüpfenden Zoe- Larven benötigen Meerwasser für ihre Entwicklung und schwimmen nach dem Schlüpfen mit der Strömung ins Meer hinaus.

Sollte sich die Garnelenart dennoch in einem geeigneten Aquarium paaren und vermehren dürfen, trägt das Weibchen eine große Anzahl von Eiern. Die Tragezeit liegt zwischen 5 bis 6 Wochen.

Die Alterserwartung der großen Tiere bezrägt ungefähr 2 Jahre.

Vergesellschaftung

Wie die meisten Verwandten sind auch die Blaue Gabunfächerhandgarnelen gesellig und friedliebend. Sie gehören zu den optimalen Bewohnern für ein Bachbiotop-Aquarium. Sie vertragen sich gut mit den deutlich kleineren Zwerggarnelen, friedfertigen und strömungsliebenden Kleinfischen wie beispielsweise Flossensaugen oder Mosaikfadenfischen. Ebenso können sie mit auch filtrierende Pianoschnecken oder Brotia herculea zusammenleben.

Allerdings darf die große Größe nicht zu einer Vergesellschaftung mit anderen großen Tieren wie beispielsweise Großarmgarnelen oder großen amerikanischen Flusskrebsen führen.