Amanogarnelen

Erscheinungsbild

Die Amanogarnelen (Caridina multidentata) haben einen hellen und durchsichtigen Körper. Kleine schwarze Punkte verzieren den Rumpf. Die Punkte sind seitlich und linienartig angereiht. Die Beinchen mit 2 cm Länge runden das aparte Erscheinungsbild ab.

Anhand des Aussehens kann man die Geschlechter kaum unterscheiden. Der markante Unterschied zwischen Männchen und Weibchen ist die Körpergröße. Das größere Weibchen kann im Erwachsenenalter eine Körperlänge von 5 bis 7 cm erreichen. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der Laichansatz.

Diesen trägt die weibliche Garnele am Nacken. Bei guter Haltung hat diese Garnelenart eine Lebenserwartung zwischen sechs und acht Jahren.

Haltung

Die Haltung der Amanogarnelen ist unkompliziert. Das Süßwasser kann eine Temperatur zwischen 23 °C und 27 °C haben. Die Härte des sauerstoffhaltigen Wassers kann bis 20 °dH erreichen. Außerdem darf der pH-Wert zwischen 6 und 8 liegen. Die Qualität des Wassers muss konstant gehalten werden. Extreme Schwankungen sind für Amanogarnelen gesundheitsschädlich. Empfindlich reagieren sie auf schwermetallbelastetes Wasser. Eine Überprüfung des verwendeten Wassers kann Gesundheitsschäden bei den Amanogarnelen verhindern. Falls nötig sollte ein Wasseraufbereiter verwendet werden. Ein regelmäßiger Wasserwechsel fördert die Gesundheit und das Wohlbefinden dieser Tierchen. Die Ausstattung des Aquariums sollte den Vorlieben der Garnelen angeglichen sein. Ein sandiger Boden mit reichlich Bepflanzung bietet optisch ein schönes Bild.

Feingliedrige und zarte Pflanzen mit Moos durchsetzt bieten den Garnelen zahlreiche Möglichkeiten zur Nahrungssuche. Versteckmöglichkeiten finden sie durch Wurzeln und Röhren aus Ton. Diese Gattung ist nicht geeignet für Einzelhaltung. Je nach Größe des Aquariums variiert die Anzahl der Garnelen. Ein Wasservolumen von 20 Litern reicht für fünf Tiere. Idealerweise sind mindestens 10 Amanogarnelen in einer Gruppe. Der Lebensraum muss den Anforderungen dieser Tierart gerecht werden. Diese friedlichen Aquarienbewohner leben gerne in größeren Gruppen. Eine ideale Haltung beschränkt sich nicht auf die Mindestanforderungen.

Futter

Das Hauptnahrungsmittel dieser Garnelenart sind Algen. Sie suchen ständig den Boden nach diesem Futter ab. Für viele Aquarianer ist die Algenbekämpfung der Hauptgrund für die Haltung dieser Tiere. Wenn sich in dem Aquarium keine oder zu wenig Algen bilden, sollte man Zufüttern. Im Handel gibt es getrocknete Algen in verschiedenen Formen. Eine weitere Möglichkeit wäre den Algenwuchs zu fördern. Die Dauer der Beleuchtung des Aquariums erhöhen fördert den Algenwuchs. Für eine Abwechslung im Speiseplan sorgt spezielles Garnelenfutter. Die Amanogarnelen sind Allesfresser. Neben den Algen fressen sie Mückenlarven, gekochtes Gemüse und Obst gerne. Als Gesundheitspolizei werden tote Kleinstlebewesen (Detritus) beseitigt.

Zucht

Die Zucht von Amanogarnelen ist schwierig und der Erfolg ist nicht sicher. Zwei Besonderheiten sind bei den Amanogarnelen zu beachten. Einmal sind ihre Jungen bei der Geburt nicht voll entwickelt und zum anderen benötigen diese Jungtiere zur Entwicklung Salzwasser. Das kräftige Weibchen bildet den Laich aus. Die Entwicklung dauert 4 bis 6 Wochen. Wenn die Eier „reif“ sind, häutet sich das Weibchen und „lockt“ die Männchen durch Sexualstoffe. Die befruchteten Eier trägt das weibliche Tier unter seinem Hinterleib. Etwa nach einer Woche sollte die Färbung der Eier von dunkel in hell wechseln. Der gesamte Reifeprozess beträgt 3 bis 5 Wochen. Kurz vor dem Schlüpfen erkennt man die Augen der Larven. Ab hier kann man zwei unterschiedliche Methoden anwenden. Die eine Möglichkeit ist das Umsetzen der „werdenden“ Mama. Die Garnele wird in ein separates Aquarium gesetzt. Nach dem Laichen wird die Muttergarnele wieder in ihr altes Becken zurückgebracht.

Das Wasser des Brutbeckens wird mit Meersalz angereichert. Die zweite Möglichkeit ist, dass die Garnele bis zum Laichen in ihrem normalen Umfeld bleibt. Nach dem Schlüpfen werden die Larven umgesetzt. Die Umsetzung muss innerhalb von ein paar Stunden erfolgen, da die Garnelenlarven im Süßwasser nicht lebensfähig sind. Die Larven werden durch einen Kescher eingefangen und in das vorbereitete Brackwasserbecken gesetzt. Die kleinen Larven machen während ihrer Entwicklung einige Phasen durch und häuten sich regelmäßig. Sie ernähren sich von den vorhandenen Algen. Die Entwicklungsphasen kann man durch Zufütterung unterstützen. Nach Abschluss der Entwicklung (40 Tage) können die „fertigen“ Amanogarnelen in das Süßwasserbecken umgesetzt werden.

Vergesellschaftung

Diese friedlichen Tiere leben problemlos mit gleichgroßen Fischen in einem Aquarium. Die Amanogarnelen verhalten sich in solchen Lebensgemeinschaften unauffällig. Diese Art von Garnelen kann sich gegenüber aggressiven oder größeren Fischen nicht wehren. Darum sollte man darauf achten, dass die Eigenschaften der Fische zu den Mitbewohnern passen. Ansonsten könnten die Garnelen für den Futterbedarf gejagt werden. Die Amanogarnelen fühlen sich in größeren Gruppen sehr wohl und sind gegenüber den Artgenossen friedlich.